Supermarkt und Gewerbegebiet

Lengdorf 26.02.2026 – erste Sitzung des Bauausschusses

Seit langer, wenn nicht sogar zum ersten Mal in dieser Periode tagte am 26. Februar der Bauausschuss im Feuerwehrsaal. Neben den Ausschussmitgliedern waren weitere Gemeinderatsmitglieder gekommen, um über die Gestaltung des neuen Gewerbegebietes Isental II zu diskutieren. Obwohl die Sitzungen öffentlich sind, hat sich sonst leider kein Besucher an diesem sonnigen Nachmittag eingefunden.
Zur Verstärkung hatte das Rathausteam eine Vertreterin des Planungsbüros (WipflerPlan) sowie vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München mitgebracht, die den Räten und der Verwaltung Fragen beantworteten und Anforderungen mitnahmen. Das Verwaltungsziel ist ein auslegungsfähiger Bebauungsplan zur Bürgerbeteiligung sowie als Basis für die weitere Planung.
Diese Sitzung ist sinnvoll und war notwendig geworden, als bei der ersten Vorstellung im Dezember einige Räte an den umfangreichen Vorschriften zweifelten und das Papier in der Fassung nicht uneingeschränkt genehmigen wollten. Damals wurden nur Grundlegende Punkte beschlossen, damit Planungen wir Tektur und Entwässerung fortgesetzt werden konnten.
Jetzt ging es um Details wie z.B.:
– Fassaden- und Dachgestaltung
– Parkflächen
– Bodenversiegelung, Versickerungsmöglichkeit
– Verkehrsführung, Bushalt, Wege
– Klimaschutz, Begrünung
– Werbeanlagen

Gewerbegebiet Isental II

Keine Betriebsleiterwohnungen
Heftig diskutiert wurde die Ausweisung von Betriebsleiterwohnungen. Dies würde bedeuten das der Nutzer eines Grundstückes bis zur Hälfte der Fläche zu Wohnzwecken (Haus, Einliegerwohnungen) umnutzen könnte.
Wir glauben: während eine solche Art der Nutzung in der Landwirtschaft die Norm und früher auch mal bei Handwerksbetrieben zu finden war, dass die Lage zwischen großer Kreisstraße und wenige Meter zur Autobahn dagegen sinnvoll für reine Gewerbebetriebe auch mit 24/7 Logistik sinnvoll ist. Fläche an Nutzungen zu verlieren, die keine Aussicht auf Erträgen aus Steuer- und Abgaben versprechen können wir uns nicht leisten. Außerdem sind weitere Mischgebiete möglich und diverse entsprechend geeignete Immobilien sind derzeit ungenutzt.

Wendehammer
Interessant war auch die Intensivität der Diskussion um die Gestaltung des Wendehammers am südlichen Ende. Dieser ist so ausgestaltet, dass sogar große LKW-Züge dort wenden können. So sollte der Wendehammer erkennbar, aber trotzdem befahrbar sein. Bei Rasensteine (Versickerung) befürchtet man, dass diese eingedrückt werden könnten.
Unser Standpunkt: wenn man den Wendehammers nicht als echte grüne Insel ausbilden sondern befahren möchte, dann setzen wir das Geld besser an anderer Stelle ein und malen nur einen Kreis auf den Teer.

Wassermanagement, Regen
Dieser Punkt erscheint uns sehr relevant und wird derzeit noch von den Wasserrechtlichen Behörden geprüft. Nur Sickerbecken zwischen Gebiet und Straße erscheinen uns aus der Erfahrung inzwischen als zu wenig. Hier muss mehr passieren um Grundwasser, Kanal und die Isen zu schützen.
Wir wollen, dass die Sickerbecken z.B. als Mulden‑Rigolen (Sammelmulden zur Reinigung mit unterirdischem Auffang) mit Drosselabfluss ausgebildet werden. Außerdem soll jedes Grundstück ausreichend Fläche zur Versickerung nachweisen und Überschüssiges Wasser über Zisternen als Puffer abführen.

Dächer, Fassaden
Statt die gradgenaue Dachneigung und Farbe vorzuschreiben, sind wir dafür bevorzugt Dächer zu genehmigen, die eine PV-Nutzung begünstigen, gleiches gilt für Fassaden.

Begrünung
Hitzeschutz und Klimaverbessrung sind heute ein zunehmend wichtiger Punkt. So sollen zahlreiche Vorgaben die Begrünung, Durchlüftung sowie die Tierschutz einfordern.
Wir denken, dass statt zu einengender Einzelvorschriften größere Zielvorgaben sinnvoll wären. Also z.B. statt Bodenbelege einzeln zu bestimmen, lieber berechenbare Ziele zur Versicherung oder statt Einzelbäume eher Flächen der Baumkronenüberdeckung (ja, das ist planbar) vorgeben.

Parzellengröße
Uneins war man sich auch bei der Größe der Parzellen, die laut Plan 3.000 qm nicht unterschreiten sollten. Persönlich denke ich, dass Diskussionen über Zusammenlegung oder Teilung noch verfrüht sind, aber die Zielrichtung der angestrebten Gewerbegrößen eher größere Grundstücke erfordert. Wir sollten uns bemühen für kleine Betriebe ungenutzte Anwesen in Lengdorf zugänglich zu machen.

Große Frage: Was kommt?
Auf intensives Drängen der Räte hat die Verwaltung nun eine Liste der aktuellen Anfragen rausgerückt. Aufgeführt waren Flächenwunsch sowie das abstrakte Gewerk wie Lebensmitteleinzelhandel, Garagen, Lagervermietung, Stromtankstelle, usw.,
Insbesondere für den Lebensmitteleinzelhandel wurde aus rechtlichen Gründen bereits eine Parzelle gesondert ausgewiesen, ebenso wie für das dortige Asylbewerberheim. Der „Supermarkt“ erhält gut zweieinhalb Parzellen bei einer maximalen Verkaufsfläche von 1.200 qm, davon maximal 70 qm für ein Backshop mit Café. Der Rat sprach sich jedoch gegen eine angeschlossenen Getränkemarkt aus. Wir würden auch gegenüber passiven Gewerben, die z.B. nur lagern, aktive Gewerbe bevorzugen, die wirkliche Arbeitsplätze schaffen.

Grund verkaufen, oder …
Nicht Thema des Bauausschusses, aber dann des neu 2026 neu gewählten Gemeinderates wird Art der Verwertung dieser Fläche sein. Während die aktuelle Verwaltung die Flächen einfach nur verkaufen möchte, glauben wir, das eine erbbaurechtliche Lösung der Gemeinde mehr Vorteile bieten und sich sogar wirtschaftlicher rechnen würde:
– mehr Kontrolle über Gewerbe
– laufende Einnahmen
– keine fremden Spekulationsgewinnler
– selbst vom Wertzuwachs profitieren
– geringere Belastung => Gewerbe schneller in der Gewinnzone
– Pachterträge decken Zins & Tilgung
– Grundvermögen verbessert die Kreditwürdigkeit
– kann den Schuldschlüssel positiv beeinflussen
– Maßnahmen im Gebiet sind möglich und einfacher
– mehr Einfluss auf Immisions- und Umweltschutz
– Kredite umschulden, statt nur teilweise tilgen (Tropfen …)
– die Sonderfläche der Unterkunft der Asylsuchenden bleibt eh

Das nächste große Ziel ist ein auslegbarer Plan (öffentlich) und die Möglichkeit für alle Stellung zunehmen.

Autor: Jens Gloede, Gemeinderat – Bauausschuss

Anmerkung: Die mit Namen gekennzeichneten Beiträge geben nicht unbedingt die Ansicht der Wählergruppe wieder, sondern sind zunächst die persönliche Meinung des Autors/der Autorin.

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