Ausverkauf der Heimat? Warum Lengdorf beim Industriegebiet mehr Weitblick braucht

In Lengdorf stehen die Zeichen auf Veränderung: Ein neues Industriegebiet soll entstehen. Doch bei diesem Thema zeichnet sich im Gemeinderat gerade ein politisches Schauspiel ab, das an kurzsichtige Haushaltsflickerei erinnert. Das geplante Vorgehen von CSU/Bürgerblock und Freien Wählern? Unser wertvolles Gemeindeeigentum für kurzfristige Effekte zu verscherbeln.

DAS LENGDORFER TAFELSILBER UNTER DEM HAMMER

Die Pläne für das Industriegebiet schreiten voran. Doch anstatt als Gemeinde klug zu agieren und überhaupt in Betracht zu ziehen nachhaltige Möglichkeiten wie das Erbbaurecht (Erbpacht) zu nutzen, kennen die etablierten Kräfte in Lengdorf nur eine Richtung: den Verkauf.

Aber warum eigentlich? Einmalige Verkaufserlöse mögen den aktuellen Haushalt kurzzeitig ein wenig entspannen, aber sie sind ökonomisch gesehen bestenfalls ein Nullsummenspiel auf Kosten der Zukunft.

DIE NACKTEN ZAHLEN: VERKAUF VS. ERBPACHT

Man muss kein Betriebswirt sein, um die Rechnung zu verstehen, aber man muss den Mut haben, sie aufzumachen. Dann kann man auch nachvollziehen, weshalb der Verkauf ein klassischer Anfängerfehler mit Folgen wäre und zwar aus folgenden Gründen:

  • NACHTEILE DES VERKAUFS:
    • Verlust von Sachwerten (Verkauf): Unser Grund und Boden ist eine endliche Ressource. In Zeiten von Inflation ist „Betongold“ immernoch die sicherste Anlage. Wer verkauft, tauscht einen wertbeständigen Sachwert gegen Bargeld ein, das morgen schon weniger wert sein kann.
    • Kontrollverlust: Sobald ein Grundstück verkauft ist, hat die Gemeinde das Heft des Handelns aus der Hand gegeben. Wer dort in 30 Jahren was produziert, entscheiden dann private Eigentümer oder Banken – nicht mehr die BürgerInnen von Lengdorf.
  • STRATEGISCHE ERBPACHT (UNSER MODELL):
    • Stetiger Cashflow: Statt einer einmaligen Zahlung sichern wir der Gemeinde eine „langfristige Rente“ durch jährliche Erbpachtzinsen. Das finanziert beispielsweise unseren Kindergarten und den Straßenbau auch noch in 50 Jahren.
    • Heimfall-Recht: Sollte ein Betrieb das Gelände aufgeben oder zweckentfremden, fällt das Grundstück an die Gemeinde zurück. Wir bleiben Herr im eigenen Haus.

KOMPETENZ-VAKUUM IM LENGDORFER GEMEINDERAT?

Aktuell scheint unser Gemeinderatsmitglied Jens Gloede der Einzige im Gremium zu sein, der diesen entscheidenden Unterschied zwischen einmaliger Liquidität und langfristiger Substanzsicherung nicht nur versteht, sondern auch konsequent vertritt. Während die anderen das Erbe unserer Gemeinde für einen schnellen, optischen Erfolg im Haushalt opfern wollen, bringen wir die notwendige Wirtschaftskompetenz ein, die eine moderne Gemeinde braucht, um verschiedene Optionen sinnvoll zu betrachten. Wirtschaftspolitik in Lengdorf darf sich nicht im Ausstellen von Quittungen erschöpfen. Wir müssen vielmehr wie strategische Investoren denken, nicht wie Notverkäufer.

CSU/Bürgerblock und Freie Wähler agieren jedoch eher wie ein Hausbesitzer, der im Oktober seine Heizung verkauft, um einmalig schick essen zu gehen. Das schmeckt für einen Abend gut, aber der Winter in Lengdorf wird danach verdammt kalt.

UNSERE FORDERUNG: NACHHALTIGE WIRTSCHAFTSPOLITIK FÜR LENGDORF

Industrieansiedlung? Ja, aber zu unseren Bedingungen und auf unserem Grund! Wir brauchen keine Einmal-Einnahmen, die im nächsten Haushalt versickern, sondern eine Strategie, die uns auch in der Zukunft noch Handlungsspielraum lässt. Und man kann ja durchaus auch gmeinsam über hybride Modelle diskutieren, die womöglich die Vorteile beider Modelle vereinen. Ein Totalausverkauf wäre jedoch eine Politik des klassischen „Löcherstopfens“, die wir nicht vertreten können.

Wir von LOS-Grüne-SPD haben den notwendigen Sachverstand und den unternehmerischen Weitblick. Es wird Zeit, dass dieser im Gemeinderat endlich Gehör findet, damit wir gemeinsam unterschiedliche Optionen auch differenziert betrachten und wirtschaftlich sinnvolle sowie zukunftsfähige Lösungen finden können.

Wie seht ihr das? Was ist euch bei diesem Thema wichtig? Schreibt es mir gerne an christin.wirfler@los-gruene-spd.de oder kontakt@los-gruene-spd.de.

Autorin: Christin Wirfler

Anmerkung: Die mit Namen gekennzeichneten Beiträge geben nicht unbedingt die Ansicht der Wählergruppe wieder, sondern sind zunächst die persönliche Meinung des Autors/der Autorin.

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