Zwischen Brezen-Duft und echter Demokratie: Warum uns mehr verbindet, als wir oft glauben (und was meine 5-jährige Tochter daraus gelernt hat)

Es gibt diese Vormittage, die manchmal anders verlaufen als man denkt. Gestern war so einer. Unser Informationsstand vor der Bäckerei brotwuid war eigentlich als klassischer Termin geplant, um über unsere Ziele zu informieren. Doch was als politischer Austausch begann, entwickelte sich zu etwas viel Wertvollerem: zu einer echten Begegnung.

WENN AUS „GEGENÜBER“ EIN „MITEINANDER“ WIRD

In Zeiten, in denen der gesellschaftliche Ton oftmals immer rauer wird und man sich manchmal fragt, ob wir die Fähigkeit zum echten Zuhören langsam in Gänze verlieren, war dieser Stand ein wundervoller Gegenbeweis. Natürlich hatten wir auch tolle Gespräche mit Befürwortern, die sich bedankten für unser Engagement sowie mit interessierten Menschen, mit denen wir über konkrete Inhalte sprechen konnten und was uns von den anderen Listen abhebt. Am Ende des Tages waren es jedoch besonders die teilweise tiefgehenden Gespräche mit politisch Andersdenkenden – ganz explizit auch mit einem eingefleischten CSU-Wähler – die mich wirklich positiv gestimmt und motiviert haben diesen Weg weiter zu gehen.

Es war spürbar: Wir sind als Demokraten und Demokratinnen gar nicht immer so weit voneinander weg, wie es in den Schlagzeilen scheint. Am Ende des Tages bewegen uns oft auch dieselben Themen. Wir wollen ein lebenswertes Zuhause für unsere Familien, eine starke Gemeinschaft und eine Zukunft, auf die wir uns freuen können. Im Detail kann man selbstverständlich unterschiedlicher Meinung zu potenziellen Lösungsansätzen sein. Wenn wir uns deswegen aber nicht gegenseitig in Schubladen stecken, sondern weiter wertschätzend diskutieren, wird plötzlich aus einem „Wenn ich dir sage, wen ich seit 30 Jahren wähle, redest du mit mir eh nicht mehr.“ ein „Danke für das tolle Gespräch und dass ihr euch engagiert.“ Das war für mich ein kraftvolles Signal gegen die Angst vor der Spaltung – ein Beweis, dass der Brückenschlag gelingt, wenn man sich auf Augenhöhe begegnet! Wir werden noch lange nicht dieselben Parteien wählen, das ist ja auch nicht das primäre Ziel. Und dennoch sind wir uns im gegenseitigen Verstehen sehr viel nähergekommen und hätten bei genügend Zeit noch sehr interessante Perspektiven austauschen können. Genau das wünsche ich mir auch für den Lengdorfer Gemeinderat!

EHRENAMT UND FAMILIENALLTAG: DEMOKRATIE ZUM ANFASSEN

Dass dieser Vormittag so besonders war, lag aber auch an meiner ganz persönlichen Begleitung: Meine fünfjährige Tochter war mit dabei. Wie so oft im Leben einer Mutter, die sich ehrenamtlich engagieren möchte, gehören Familie und Herzensprojekte einfach zusammen. Sie wollte unbedingt dabei sein, und so wurde der Infostand kurzerhand zum generationenübergreifenden Erlebnis.

Ich fand es wieder einmal beeindruckend zu sehen, wie unvoreingenommen Kinder die Welt der Großen betrachten. Sie hat an diesem Vormittag instinktiv verstanden, worum es im Kern geht: dass man auf Menschen zugehen und sich einbringen muss, wenn man etwas bewegen will. Ihr Satz – „Mama, wenn ich groß bin, will ich auch gewählt werden können“ – war für mich ein Zeichen dafür, dass sie (mit dem Verständnis einer Fünfjährigen) Demokratie, auch dank unserer Arbeit und Vorbildfunktion, verinnerlicht und sieht, dass man die Zukunft nun einmal nicht einfach nur „den anderen“ überlassen darf.

MEIN FAZIT: DRANBLEIBEN LOHNT SICH

Dieser Vormittag hat mir gezeigt, dass das Fundament unserer Demokratie stabil ist, solange wir im Gespräch bleiben. Es ist nicht immer leicht, Beruf, Ehrenamt und Familie unter einen Hut zu bringen, aber Momente wie diese zeigen mir: Es lohnt sich! Für uns, für unsere geführten sowie noch anstehenden Gespräche und vor allem für die nächste Generation, die heute schon lernt, dass Mitgestaltung auch Spaß macht. Lasst uns diesen Geist des Miteinanders beibehalten. Ich freue mich schon auf das nächste Mal am 28.2. (ab 7:00 Uhr) vorm Menzinger und am 4.3. im Campo Sportivo (ab 19:00 Uhr)!

Autorin: Christin Wirfler

Anmerkung: Die mit Namen gekennzeichneten Beiträge geben nicht unbedingt die Ansicht der Wählergruppe wieder, sondern sind zunächst die persönliche Meinung des Autors/der Autorin.

Nach oben scrollen